Donnerstag, 17. April 2008

Turbulenzen.

Interessant, wie das Leben spielt. Erstaunlich gar, beizeiten. Urplötzlich und in weitestem Sinne mit geradezu erhabener, allumfassender Unberechenbarkeit durch die Bandbreite der Wahrscheinlichkeitsstrukturen fluktuierend, sich windend und verbiegend und dabei dennoch, a posteriori, der zentralen, das Rot des sprichwörtlichen Fadens spinnenden, stets der Empirie zugrundeliegenden Sinnhaftigkeit per se (und darin erst offenbart sich die Möglichkeit des nicht hinterfragbaren "per se" so richtig) Tribut zollend. Das Leben ist wie eine Melodie, deren Resonanz uns in jedem empfundenen Moment an alle Entitäten aller erdenklichen (also möglichen und allein schon dadurch existenten) raumzeitlichen Kompositionen jeglicher Art und Form auf unergründlichste Weise bindet

Und dennoch lächeln wir bei diesem Gedanken, baden uns im Licht der Selbstverständlichkeit, unser Streben nach Kontrolle und der Vorherrschaft des "Freien Willens" einen süssen und erleuchteten Augenblick lang fallen lassend. Mehr empfindend als wissend um unsere einzig wahre, bezeichnend menschliche Fähigkeit - die Erkenntnis von Zeit - aber auch um den mit jener Erkenntnis einhergehenden Fluch - die Angst vor dem Ende der erkennbaren, erlebbaren Zeit, bei aller gepflegten, permanenten Kontemplation der Unumstösslichkeit, der Ewigkeit, der Unsterblichkeit des alles umfassenden Ich.

Das Genom, die rebellische Verbindung, plump "Desoxyribonukleinsäure" genannt, das ultimative Speichermedium, das sich vor 4.000.000.000 Jahren schließlich über Das Chaos und den Ihm unterworfenen, brach liegenden energetischen Überfluss (in seinem binären Determinismus auf das konsequent systematische, stets rationale Abklappern unzähliger Kombinationen wiederum unzähliger - weil in ihrer Gesamtheit homogener - Frequenzbereiche fixiert) auferlehnte...

Es muß (ein hier adäquates "Muß", allein schon auf Grund des bloßen Erfolgs), da durch das so oft (wie oft? 10 hoch...mmhh... tja... keine Ahnung... die größten, futuristisch anmutenden, Gefrierpunktgekühlten High-End-Server-Arrays mit scheinbar unerschöpflicher Kapazität der Datenerfassung und -verarbeitung muten im Vergleich zu diesen Datenmengen wie der gute alte Abacus an) angewendete Ausschlußprinzip aus dem Gefüge der Realität herausgemeißelt, eine "absolute" (jedoch nicht unbedingt einzigartige, das Absolute wird bereits durch den ausgelösten Dominoeffekt der Evolution erfüllt, das Gefüge des Chaos durchbrechend) Konzeption einer nicht nur einfach über dem Chaos stehenden, sondern aus diesem evolvierenden, das Prinzip des permanenten Zerfalls als treibende Kraft der Kreation nutzende, Struktur dastellen, das Chaos wie eine alles durchdringende, kosmische Welle reitend. (sorry für die Verschachtelung)

Denn sie ist jene, die durch die Raumzeit schwimmt, sich an die Gesamtheit ihrer Gesetze anpassend, sich den Strömungen und Turbulenzen der Realität vollständig unterwerfend, über den Zahn der Zeit hinweg Korrekturen an sich selbst vornehmend, allein Kraft des permanenten, unfassbaren, natürlichen schöpferischen Prozesses, der allaugenblicklich jede der modularen Eigenschaften eines jeden Replikationsprodukts auf ihre Wirksamkeit, d.h. de facto: auf ihre konzeptionelle Nähe zur Natur des Kosmos hin, getesten; jene Struktur, die mit Gänsehaut erzeugender Eleganz dem Wind des Universums entsprechend die Segel setzt, seine schier unvorstellbar vielfältigen Energien für die Aufrechterhaltung jener Wirbel nutzend, die wir, innerhalb der sehr engen Grenzen unserer Wahrnehmung gefangen, als Mensch, Schmetterling, Kaktus oder Amöbe erkennen... jedoch nicht als das, was jede dieser Strukturen darstellt, nämlich lokale Fluktuationen, Anomalien innerhalb der Raumzeit, mit dem Universum interagierende Quasiwirbel komplexer Natur, die eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Stäbilität erlangen, erhaben über dem alles zermalmenden Fluß der Realität, und zu verschwindend kurzen Augenblicken temporärer Ruhepole werden, Inseln im Meer der Entropie, bevor sie wieder spurlos zerfallen, überwältigt von der alles zermürbenden Kraft der Entropie.

Eine dieser Fluktuationen bin Ich. Energie strömt durch mich hindurch und erhält mir meine Existenz, solange ich meinen Platz innerhalb der Realität behaupte, i.e. LEBE. Wiederum sichert der Energiefluß die Aufrechterhaltung der Anomalie meines Ich, mitsamt aller für mein Leben bezeichnenden physikalischen Eigenschaften, solange die dafür erforderlichen Energieumwandlungsprozesse in relativer Harmonie vonstatten gehen, keine Staus verursachen, die zum Kollaps führen könnten. Der Erhalt meines Lebens basiert auf ständiger Replikation der "Ausgangsformel" meiner Existenz; jeder kleinste, Stoff(Energie)wechsel betreibende Teil meiner selbst ist mit dem Superalgorithmus meines Seins ausgestattet. Das Ergebnis ist eine komplexe Einheit, die im Einklang mit dem Code der Ich-Anomalie besteht und symbiotisch an sie gebunden ist. Die Aufrechterhaltung des Wirbels ist meine Lebensaufgabe, dabei ist meine Existenz die zwangsläufige Konsequenz der Entstehung der Anomalie. Die Erhaltung wiederum hat nur ein Ziel. Obwohl "Ziel" hierbei unangemessen erscheint. Es ist vielmehr die Möglichkeit, die zu ergreifen mir freisteht, jedoch mit einem, sagen wir mal, "evolutionsmoralischen" Beigeschmack.

Zwei komplementäre Anomalien können nämlich das energetische Potential für das "Entzünden" einer Dritten erreichen. Diese vereint strukturelle Eigenschaften beider Ursprungswirbel in sich, deren selektive Permutation ein weiteres Glied in der Kette jenes unaufhörlichen Kompatibilitätstests schafft, auf dem Weg zum "ultimativen" Wirbel, dessen Beschaffenheit schließlich der Struktur des Universums in absoluter Perfektion nachempfunden sein wird. Vorausgesetzt, wir schlagen uns nicht vorher gegeseitig unsere dummen Schädel ein.

Samstag, 23. Februar 2008

Der Hoffnungsträger.

Montag, 18. Februar 2008

Ohne Worte.

("2 März - Wahlen des Präsidenten Dmitrij Medvedev")
Gefunden bei kloty.

Ελληνική Δημοκρατία

Weisse Utopie,
der Götter spätes Lachen -
Schneesturm in Athen.

Sonntag, 17. Februar 2008

To Arkadij & Boris Strugatski

Kleines Handbuch zum Schutz vor einem Subjekt, dessen Aktivitäten in absehbarer Zukunft das Potential entwickeln werden, ein wichtiges Unterfangen zu sabotieren (willentlich oder nicht).

1. Die Hausaufgaben. Sammeln aller verfügbaren Informationen über das Subjekt, die die Kenntnis seiner Eigenschaften ermöglichen und über die Palette der möglichen Gegenmaßnahmen im Falle einer kritischen Situation bestimmen. Wenn das nicht reicht, hilft

2. Die Raumzeit. Modellierung des Unterfangens in einer Weise, deren Rahmenbedingungen jegliche Aktivität des Subjekts von vorn herein vereiteln, indem die Voraussetzungen für die Kombination von Ort und Zeit (sowie möglicher weiterer relevanter Faktoren) nicht vom Subjekt erfüllt werden können. Wenn das nicht durchführbar ist, geht man über zu

3. Die Konfrontation. Verbale Einflußnahme mit dem Ziel, das Subjekt mit dem Umstand seiner zukünftigen zerstörerischen Handlung zu konfrontieren. Wichtig hierbei ist insbesondere die taktisch relevante Ortswahl. Neutraler Boden mit der Möglichkeit spontanen Schutzes seitens der Mitmenschen wird dringlich empfohlen. Im Falle besonderer Hartnäckigkeit des Subjekts bleibt noch

4. Liquidierung der Bedrohung (wahlweise nach vorangegangener Androhung der Durchführung). Physische Einflußnahme in Form eines Denkzettels inklusive Krankenhausaufenthalt unter Zuhilfenahme freier Mitarbeiter und/oder Freiwilliger.

WARNUNG! Anwendung der Maßnahmen nur im Falle der ABSOLUTEN SICHERHEIT bezüglich des Eintreffens der vorhergesehenen Ereignisse. Bei Empfangsstörungen ihrer Kristallkugel bitte zuerst sanft mit dem beiliegenden Seidentuch im Uhrzeigersinn (Nordhemisphäre) polieren. Bitte keine Reinigungsmittel oder -öle verwenden, da diese oft zu Interferenzen führen.

Bei Fragen zur Funktionsweise ihres Orakels, unserer Produktpalette oder auch zur Reservierung astraler Kanäle steht Ihnen unsere gebührenfreie hotline rund um die Uhr zur Verfügung. Danke, dass Sie sich für "NostradAnus" entschieden haben.

Vector.

Und keiner nimmt Stellung, keiner erniedrigt sich zu einer Meinungsäußerung. Dann fickt Euch doch, erlasset Euch selbst alle Eure Sünden, vergesst Verantwortung, Fairness, Stil und Ton. Vergesst alles, woran Ihr geglaubt, denn nur der Schein trägt Euch zum vermeintlichen Ziel, der Richtigkeit unbedacht, stripped of all your fears, your tears wiped dry. Bound to behold, but not to see. Bound to believe, but not to perceive. Am I supposed to cry out my pain? Am I..?

Menschen...

Was ist es, das uns daran so fest glauben lässt, dass Menschen um uns herum ihrer Vernunft, ihrer Empathie, ihrer sogenannten Menschlichkeit entbehren, die auch ich, selbst hier, als "sogenannt" zu entlarven trachte? Worin besteht jener Zweifel, what does this fear feed off..? Welche Absicht ist in der Annahme verwurzelt, keinerlei Verständnis ernten zu können, jemals? Inwiefern projiziere ich diese Angst auf Individuen in meiner Reichweite? Inwiefern bin ich Ursache und Grund für dieses Höchstmass an Unsicherheit..? Was ist zu tun, um Wahrhaftigkeit triumphieren zu lassen?

Mittwoch, 13. Februar 2008

Wettrüsten.

"Der Anschlag auf einen dänischen Mohammed-Cartoonisten wurde verhindert - aus Solidarität mit dem Zeichner drucken jetzt mehrere dänische Zeitungen die Karikaturen nach, die vor zweieinhalb Jahren gewaltsame Proteste auslösten. Dänemark rückt zusammen." (Spiegel Online)

Hm. Abseits der Warnungen auch der dänischen Imame komme ich nicht umhin, Genugtuung bei dem Anblick der Titelblätter zu verspüren. In gewisser Weise wird hier die Ehre sowohl Westergaards als auch die der Kunst als unabhängiges, transtemporales soziopsychologisches Gefüge wiederhergestellt. Hinzu kommt, dass diese Karikatur nun bewußt als Langstreckenwaffe eingesetzt wird. Eine Waffe so elegant und präzise, wie der Sprengstoff es nie sein wird. Es wurde Zeit, dieses Potential im heutigen Weltgeschehen zu erkennen und zu nutzen. Scheinbar musste sie erst selbst in Sperrfeuer geraten, sich verkriechen vor dem Splitterregen.
Komisch, über Herstellung und Verkauf konventioneller Waffen regt sich niemand auf...

Montag, 11. Februar 2008

Donnerstagnacht.

Des Abends Anbeginn ist längst vergessen. Gläserne Leichen stehen, liegen ausgedörrt, entleert, verköstigt, umatum. Die Verköstiger, ihrereits, mitsamt, oder abseits der Verköstigten, in ihren Betten. In ihre Lacken, ihre Decken eingehüllt, des folgenden Tages harrend, abwartend, vergessend, träumend. Nichts vom Gesagten bleibt erinnert, nichts des Erwähnten wird zum Wahn. Jegliche Emotion des Abends trägt zu dem Bewußtsein des jeweiligen Beobachters, respektive Teilnehmers, bei, ohne regelrechte Spuren zu hinterassen.

Ein Abend wie jeder andere, abseits der mangelhaften Häufigkeit der genossenen Konstellation. Familie. Wie warm, wie gemütlich das klingt. Wie ausgesprochen friedfertig. Wie kalt, wie gelassen, wie selbstverständlich die Pflicht binnen weniger Stunden abgeleistet ist, wie entspannt alle Beteiligten sich verkrümeln, mit der Müdigkeit kokettierend, der befreienden Isolation des Traumes harrend. Kommunikation - ja, sicher. Konsequenz - nein, danke. Obgleich die eine oder andere feine Nadel die eine oder andere Rippe penetriert, unerkannt von Anwesenden, ungerügt durch Teilhabende, von der Zielperson lächelnd hingenommen.

Dennoch, keine Verlierer heute, keine Beleidigten, keine Missverstandenen oder Erzürnten. Kein Wundenlecken findet statt unter den Lacken, kein alliiertes Trösten, vielleicht ein wenig eines anderen Leckens, vielleicht auch nur eines zielloseren, einschläfernden Gefummels. Einschläfernd ist auch diese Lektüre, da ebenso ziellos. Unambitionierte Reflexion seitens des Lizard, ob des maßvollen Erfolges eines nichtssagenden Ereignisses, des Morgens gewiss.

Donnerstag, 7. Februar 2008

Of Tigers and Yetis.

Interessant. So manch ein abendländisches Auge ist konditioniert auf das Auffinden von Horoskopen in dem buntbedruckten Chaos einer, beispielsweise, Kronenzeitung. So manch ein Kollegium erheitert sich Montagvormittags teamgeistig über prophezeite Glückseligkeit, sexuelle Hochleistungen und die eine oder andere Beförderung. Gewissermaßen degradiert vegetieren Fisch und Jungfrau im kläglichen Kastl auf Seite 8. Trotzdem trägt hin und wieder jemand mit Stolz seine Waage oder prahlt mit dem Schuppenpanzer. Skills & perks werden oft mit der Selbstverständlichkeit angegrauter Astrologen hervorgehoben.

Der chinesischen Tierkreiszeichen hingegen zwar gewahr, vergleichen wir selten die entsprechenden Eigenschaften mit ihren Trägern, obgleich manch einer seine Zugehörigkeit aus dem Stegreif kundzutun weiß.

So ist sie, selbstverständlich, ein Tiger. Ein Säbelzahntiger, genaugenommen. Stets zwischen dem Drang, zu reissen und zu kratzen, und dem Bedürfniss, zu kuscheln und zu schnurren, herumoszillierend. Der Tiger in ihr ist wahrhaftig, lebendig und prägend. Der Vergleich fällt mir daher nicht schwer, und es ist ein netter, wie ich finde. Hin und wieder faucht sie, dreht sich im Kreis, fegt mit ausladender Geste Objekte von Tischen und kräult quer durch die Botanik. Dann wieder reckelt sie sich genüsslichst auf dem Bett wie eine Katze, streckt mir ihren Bauch entgegen, dreht sich schnurrend, reizt mich mit ihrem kleinen Hintern, lässt sich streicheln und kraulen. Dann verbinden sich ihre Gegensätze, verschränken sich zu jenem Tier, daß Liebe und Feuer zugleich versprüht.

Und ich, meines Zeichens gebürtiger Affe, bin, oh Wunder, der Yeti. Wohl durch meine Größe und Eloquenz dem rein Affigen entwachsen, und doch das Wuschige, Haarige und latent Animalische noch nicht gänzlich abgelegt, mime ich das liebevolle Ungeheuer, Frankensteins Kreation nicht unähnlich. Das Licht im Herzen, täusche ich mit dem Antlitz eines Wilden über meine eigentliche Gemütsruhe hinweg, über die Sanftheit meiner Berührung. Und so finden wir uns immer wieder: ich - zottelig gesellig, sie - tierisch heimisch. Zwei Wilde, trunken vor Liebe, vereint in der Selbstverständlichkeit des Verlangens, in der betörenden Ruhe der Zweisamkeit.