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Donnerstag, 29. Dezember 2011

english ;)

my love.
imagine words,
ravishing within my mind,
enthralling fear and hope -
within a moments thought;
enquiring my inner truth,
evolving to an inner state
of mine.

imagine beauty, still,
and motion
duelling the staggering cold,
eradicating doubt, seclusion,
bringing light and fire,
lasting, growing warm
and trembling
sweetly, promising
the world.

but there,
denying spacetime,
haunted by a wicked darkness,
the utmost destined place
for you
is waiting calmly, resting.
the only spot within this universe
to rise and match the brightness
of your heart.
for you, my true and only star,
my sun,
my love,
are real,
evermore.

Samstag, 10. September 2011

Владимир Семёнович Высоцкий




Folge hier mal freizügig dem Metrum, wörtlicher Weise...




Reisse aus, strapaziere die Sehnen.
Doch ist heute wie gestern genau.
Sie umzingeln mich. Sie umzingeln. 
Lustig treiben sie mich bis in den Tod.

Von den Schatten der Tannen verborgen
Lassen Jäger die Schrotflinten los,
Wenn im Schnee sich winden die Wölfe-
werden plötzlich zu lebendem Ziel.

Denn es ist Jagd. auf Wölfe Jagd, ja, es ist Wolfsjagd!
Auf graue Räuber, stolz, aber auf Welpen auch.
Der Treiber heiser Schrei,
Der Hunde bellend Röcheln,
Das Blut im Schnee, der Fähnchen Flecken helles Rot.
 
Stark und schnell sind Beine und Kiefer-
Warum also, Anführer, sag,
Laufen blind wir dem Schussknall entgegen,
Hinterfragen wir nicht das Verbot.
 
Offenbar kann der Wolf gar nicht anders.
Sieh, hier endet wohl gar meine Zeit.
Jener, dem ich wohl vorbestimmt bin,
Grinst mich an und hebt das Gewehr.
 
Und so ist Jagd, der Wölfe jagt, ja, es ist Wolfsjagt!
Auf graue Räuber, stolz, aber auf Welpen auch.
Der Treiber heiser Schrei,
Der Hunde bellend Röcheln,
Das Blut im Schnee und roter Fahnen helles Rot.
 
Dies hier Spiel entbehrt jeder Fairness.
Und doch zittert des Jägers Hand nicht.
Unsre Freiheit begrenzt durch die Fähnchen,
Drückt sie ab, überzeugt und gezielt.

Wölfe folgen den Traditionen.
Offensichtlich, blind wie sie sind,
Saugten Wölfchen an ihrer Wölfin
Und bekamen: der Fähnchen Gesetz.
 
Und so ist Jagd, der Wölfe Jagd, ja, es ist Wolfsjagd
Auf graue Räuber, stolz, aber auf Welpen auch.
Der Treiber heiser Schrei,
Der Hunde bellend Röcheln,
Das Blut im Schnee, der Fähnchen Flecken helles Rot.
 
Ich bin jener Dienerschaft flüchtig,
Durst des Lebens, den Fahnen entsagt,
Bloss von hinten vernahm ich euphorisch
Menschen, schreiend, verblüfft und erstaunt.

Reisse aus, strapaziere die Sehnen.
Doch ist heute so anders wie nie.
Sie umzingeln mich. Sie umzingeln.
Doch gehn heute die Jäger leer aus.
 
Es ist die Jagd, der Wölfe Jagd, ja, es ist Wolfsjagd!
Auf graue Räuber, stolz, aber auf Welpen auch.
Der Treiber heiser Schrei,
Der Hunde bellend Röcheln,
Das Blut im Schnee, der Fähnchen Flecken helles Rot.





(Das musste einfach einmal sein, weil weit und breit keine deutsche Übersetzung zu haben. Apropos, wer schon mal den Film "Hundeherz" (Собачье сердце) zu geniessen suchte, aber mangels deutscher Übersetzung frustriert war, der möge diesen blog verfolgen. Ein Wenig Glück und Persistenz seitens des Lizard vorausgesetzt, werde ich kommende Woche eigens übersetzte subtitles posten.)

Sonntag, 29. Mai 2011

Der Kuss.

Der Körper: fremd. Die Art: um so vertrauter.
Geruch: neu, und das Herz wird unaufhaltsam lauter.
Berührung: zaghaft. Hitze: das Deo Lügen strafend.
Das Zittern: konvulsiv. Das Denken: träumend, schlafend.
Der Blick, magnetisch, magisch, umklammert meine Seele.
Der zarten Lippen Wärme: der Himmel, den ich wähle.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Atonement.

"In my dreams I kiss your cunt, your sweet wet cunt."

Ian McEwan.


Go watch it. Or read it, and then watch it. But watch it!

Dienstag, 14. September 2010

Childe Roland To The Dark Tower Came...

Hier aber mal eine hoffnungsvolle Nachricht: Stephen Kings - bodentiefes kotau an dieser Stelle, inklusive Trommelwirbel - Dunkler Turm ("The Dark Tower") wird verfilmt! Hätten wir das denn noch - schnief - zu hoffen gewagt!? Und ja, die Foren zerreissen sich, as we speak, ob der angemessenen Qualifikation der Mutigen. Was zu erwarten war.

Sai, wenn ich nur an die Zeiten zurückdenke, als die Lektüre von "Glas" ("Wizard and Glass") uns in der verdammten Leere der Erwartung zurückliess und die Gespräche im engen Kreise der Kundigen sich um die Kandidatur Clint Eastwoods für die Rolle des Roland Deschain drehten, aye. Was denn, waren wir etwa die Einzigen?

Doch die Welt drehte sich beständig weiter, die Türen zwischen den Welten flimmerten trügerisch, und wir, Revolvermänner im Geiste, lechzten nach Wiederkehr, der Rose, dem Turm, dem Schicksal. Die letzten drei Bücher schließlich waren ein Atemzug, süß und berauschend, erhaben und befriedigend auf wahrlich Über-Kingsche Arte und Weise; wir fanden die 19 in jeder zweiten Straße und würdigten uns gegenseitig der Verbeugung, wurden des Angesichts unserer Väter gewahr, vertieften uns in respektvolle Palaver, uns gegenseitig mit jener verträumten Handbewegung antreibend, und weinten gar verstohlen ob der Bedeutung von Liebe und Ka...

Wir verschlangen schließlich, der Ungeduld Kinder, die kompositionell meisterhaften Comics, und meine Ausgabe von "Drei" ("The Drawing of the Three") gleicht längst keinem Parallelepiped mehr... Delah sind der Jahre vergangen... Ein Jemand wagt sich nun also an diese Welt, trachtet nach ihrer Verwirklichung, aye, aber das ist nicht Mittelerde, baby, daß Du Dich da nur nicht verzettelst, sage ich; verrate nicht jenes Ka-Tet, dem Du Dich nun ach so plötzlich zugehörig fühlst, denn lang und steinig ist der Pfad des Balkens... davon würde Blaine Dir ein Liedchen singen...

Lange Tage und angenehme Nächte Euch allen...

Samstag, 11. September 2010

Schwachsinn.


Interessant. Gerade aufgrund meiner Liebe zur Kinematographie habe ich nie auch nur mit dem Gedanken gespielt, eine Filmrezension zu schreiben. Seien wir ehrlich, einem wirklich guten Film ebenseine Qualität zu bescheinigen ist irgendwie schreihalserisch, wie in:"Ich hab´s auch kapiert! Ich fühle es, der spricht mir aus der Seele!" Da ist mir viellecht mein Ego im Weg, mag sein.

Kein Lynch, kein von Trier, kein Tarantino, weder Cameron noch Spielberg hätte dieses mein Hinterherdackeln nötig. Da macht es weitaus mehr Spaß, private, analoge Empfehlungen augenzwinkernd weiterzuschieben und in bekifftempathischem, engen Kreise, Resonanzmomente auszutauschen. Das ist befriedigend, da Kommunikation.

Schlechte Filme, andererseits, kommen bei mir irgendwie nicht an, fristen ihr Dasein im deutschen Privatfernsehen, zwischen den eigentlichen Hauptsendungen der Werbeindustrie, die oftmals qualitativ wie inhaltlich die Nase vorn hat, werden daher schnell von der Fernbedienung zugunsten von arte/3sat abgewürgt. Sie zu zerreißen wäre Zeitverschwendung (wiederum: Ego), aber auch irgendwie gemein, denn "erstmal selber besser machen, dann kritisieren", sehe ich auch ein. Die arme arme Industrie muß ja von irgendwas leben.

Darüber hinaus erkenne ich ein Genre, wenn es mir mit Wucht um die Ohren geschmettert wird, und weiß daher auch all die Zombies, Gangster, Superhelden, Vampire (Volljährig) und Aliens durchaus zu würdigen.

Hinzuzufügen bleibt noch, daß ich eher Kinofaul bin, weil resonanzbedürftig und darin pingelig, mehr so der VLC-THC-Mitternachtsfilmophile. Und nun zum eigentlichen Grund dieser ausschweifenden Postulate. Nach zwei Jahren stolzer Kinoabstinenz habe ich mich doch tatsächlich zu einem Schmankerl der ganz besonderen Art hinreißen lassen: The Expendables. Denn, dachte ich mir, hinter einem dermaßen absurd besetzten Projekt kann sich doch nur eine ordentliche Portion Schenkelklopfer verbergen. Da haben sich die Veteranen des 80er Actionspektakels (Jason Statham mal ausgenommen) mal auf ein paar Bierchen mehr, als der Arzt empfahl, eingelassen, und ein Feuerwerk der warmherzigen Selbstironie komponiert. Mal schauen, wie sie das angegangen sind.

Was ich übersah: der Film ist von Sly Stallone! Dementsprechend ist das Einzige, was dem Film eine Altersempfehlung von 18+ bescheinigen kann, das digitale Blut. Und auch das nur dank der BpjM (hätte nie gedacht, daß ich so etwas jemals schreiben würde). Der Film ist augenscheinlich für vorpubertäres Publikum konzipiert. Das Maß an Einfallslosigkeit übersteigt meine düstersten Erwartungen. Schenkelklopfer? Das einzige Augenzwinkern war nur meinerseits wahrzunehmen, und zwar konvulsiv, in Anbetracht der zu Tode geschnittenen Kampfchoreographien und vollkommen träger Gags, abseits jeglicher reflektiver Ironie. Übersättigung war hier offenbar oberstes Gebot. Dann fällt einem 9-jährigen Gehirn auch nicht auf, daß der alte Sly keinerlei Sinn für Humor hat.

Verdikt: Das, was zu einem biergrölenden, witzigen, ja nostalgischen Abenteuer hätte werden sollen, wurde stattdessen in den Sand gesetzt, und zwar Hüfttief. Ein charmeloser "Jagged Alliance"-Abklatsch. So sieht die "alte Garde" also ihr Vermächtnis: Hirn- und Witzlos. Schade.

P.S.: "Du bist nisch entbehrlisch." Bild´ dir das nur ei, Sly.

P.P.S.: Mein einziges Hoch auf Mickey Rourke. Was hat Dich nur in diesen Streifen verschlagen,
Mickey?

P.P.P.S.: Und das beste: Jean Claude Van Damme sagte ab mit der Begründung, seine Figur hätte keine Substanz. Van Damme? Da hätten bei Sly aber die Alarmglocken bimmeln müssen...

Montag, 20. Juli 2009

Lamperl.


Ein hoffnungslos verregneter Abend in Wien, Margareten. Der Trommelwirbel der hornissengroßen Regentropfen auf dem noch brunzwarmen Pflaster der Arbeiterstraße verschluckt jegliches andere Geräusch, spült die Hundescheiße fort - kein Sackerlkacken in der Arbeiterstraße. Die Stadt schlummert bereits, beinahe, oder schnackselt, zumindest, hoffentlich, noch bei offenem Fenster, die Abkühlung willkommenheißend.

Samstagabend, also. Guter Stimmung und heiterer Absicht streunen wir, der Alternativen rar, hinein in diesen Wettpunkt, Schauplatz zahlreicher Schlägereien mit entsprechender Geräuschkulisse zu jeder Uhr- und Jahreszeit, und ab zum Automaten, zwecks Bier, da Durst.

Ausstattung erwartungsgemäß: Plastikstühle, Plastiktisch, obligate Plastikrunde: leere Gesichter, halbleere Gläser. Knapp unter der Decke ein bleicher, stummer Fernseher, Menschen laufen einem Ball hinterher. Hinter der sicherheitsverglasten Pudel die Kompetenzfigur, man sieht ein kahles Schädelnackensegment, dahinter die Backen, schwere Atmung: Kreuzworträtsel. Der Bunker nach allen Seiten abgeschlossen, die Tür hinten, gleich neben dem Automaten, der sich scheu in die Ecke presst, die Narben zahlreicher Schlachten auf dem Spiegelreflexüberkondenströpfchenantlitz verewigt.

Gösser & Ottakringer großzügig auf 1.50 nivelliert, goldene Mitte, sozusagen. Vier von sechs slots schimmern traurig trübrot mit den Lamperln, offenbar leergeräumt ob der späten Stunde. Bleiben noch zwei, nämlich eben Gösser, des Maurers Segen, also rein mit der Münze.

2 Euro poltern schwer durch den Mechanismus. Jetzt den Knopf mit aller Kraft hauen, auf Nummer sicher. Warten auf die Hülse. Das innere Auge ist geblendet von golden aufsteigenden Bläschen, der Magen gibt ein kurzes lautes Knurren von sich. Die Vorfreude oszilliert durch den Raum, steckt sogar die Gestalten am Tisch an, so etwas wie Kommunikation scheint sich anzubahnen. Nur das charakteristische Poltern der Blechdose, das bleibt aus.

Die Augenbrauen rücken näher zusammen, eine senkrechte Furche zuckt über die Stirn. Noch einmal auf den Knopf einprügeln - Nichts. Nacheinander auf beide Knöpfe - immer noch nichts. Dann, die Erkenntnis dämmert bereits, den Retour-Knopf. Selber Effekt.

Auf der Suche nach Hilfe umsehen, Verzweiflung im Gesicht. Kompetenzfigur muß her, da drinnen lebt sie, hinter der Pudel, da ist ja auch die Tür, also angeklopft.

Schleifende Bewegung aus dem Inneren des Bunkers. Die Tür wird mit aller Kraft aufgerissen, der Oger steht keuchend aber bedrohlich im Türrahmen, der Pelz auf den Schultern heiligenscheinig schimmernd, das ergraute Muskelshirt beinahe den Wanst bedeckend, die nackte Glühbirne spiegelt sich in der schweißnassen Glatze.

"Was du bum bum?! Was haben Problem?! Warum immer bum bum, vorne kommen!!!", brüllt der Bunkeroger, rollt wütend mit dem rechten Auge.

Äh. Automat...

"Was Automat?!!!", brüllt er wieder, bewegt sich jedoch schwerfällig Richtung Dispenser.

Äh. Geld rein, nix Bier, nix Geld...

"Was nix Bier?!!Nix meine Automat!!", verkündet er und schlägt wahl- und erfolglos auf Knöpfe ein. Sein Geist macht einen Satz nach vorn. "Leer!!!", schreit er mich über die Entfernung von 20cm empört an, als wäre das allein meine Schuld und ich ohnehin nicht ausreichend intelligent für die Handhabung komplexer Maschinerie. "Müssen schauen auf Lamperl!! Wenn Lamperl brennt - leer!!!", brüllt er mich an und wischt sich mit der freien Hand den Schweiß aus einer buschigen Augenbraue. Die andere trommelt weiterhin auf die Knöpfe ein. "Lamperl brennt!!", triumphiert er. Ich bin verwirrt.

Äh. Lamperl brennt nix, stammle ich und deute auf die zwei toten Lämpchen neben den Gösser-slots. Einen Bruchteil einer Sekunde lang starrt er mich an, als hätte er noch nie einen dermaßen dummen Menschen gesehen. Dann, eine Oktave höher, am Ende seiner Kräfte, die bebenden Fingerspitzen der rechten Hand kindesbelehrend geballt:

"Lamperl KAPUTT!!!"

Sprach, marschierte kopfschüttelnd in seine Höhle, kam wieder heraus, eine Mineralwasserflasche knöchelweiß umklammernd, und drückte sie mir knurrend in die Hand.

Wir gingen zurück in den rettenden Regen, mißbilligende Blicke auf unseren Rücken.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Joyce. James Joyce.

"Der Gedanke ist das Gedachte des Denkens." Noch ein Zitat, noch ein James, noch einmal: ein Brite. Erlaubt mir diesen Topf, trotz völlig anderer Schublade.

Montag, 18. Februar 2008

Ελληνική Δημοκρατία

Weisse Utopie,
der Götter spätes Lachen -
Schneesturm in Athen.

Sonntag, 17. Februar 2008

To Arkadij & Boris Strugatski

Kleines Handbuch zum Schutz vor einem Subjekt, dessen Aktivitäten in absehbarer Zukunft das Potential entwickeln werden, ein wichtiges Unterfangen zu sabotieren (willentlich oder nicht).

1. Die Hausaufgaben. Sammeln aller verfügbaren Informationen über das Subjekt, die die Kenntnis seiner Eigenschaften ermöglichen und über die Palette der möglichen Gegenmaßnahmen im Falle einer kritischen Situation bestimmen. Wenn das nicht reicht, hilft

2. Die Raumzeit. Modellierung des Unterfangens in einer Weise, deren Rahmenbedingungen jegliche Aktivität des Subjekts von vorn herein vereiteln, indem die Voraussetzungen für die Kombination von Ort und Zeit (sowie möglicher weiterer relevanter Faktoren) nicht vom Subjekt erfüllt werden können. Wenn das nicht durchführbar ist, geht man über zu

3. Die Konfrontation. Verbale Einflußnahme mit dem Ziel, das Subjekt mit dem Umstand seiner zukünftigen zerstörerischen Handlung zu konfrontieren. Wichtig hierbei ist insbesondere die taktisch relevante Ortswahl. Neutraler Boden mit der Möglichkeit spontanen Schutzes seitens der Mitmenschen wird dringlich empfohlen. Im Falle besonderer Hartnäckigkeit des Subjekts bleibt noch

4. Liquidierung der Bedrohung (wahlweise nach vorangegangener Androhung der Durchführung). Physische Einflußnahme in Form eines Denkzettels inklusive Krankenhausaufenthalt unter Zuhilfenahme freier Mitarbeiter und/oder Freiwilliger.

WARNUNG! Anwendung der Maßnahmen nur im Falle der ABSOLUTEN SICHERHEIT bezüglich des Eintreffens der vorhergesehenen Ereignisse. Bei Empfangsstörungen ihrer Kristallkugel bitte zuerst sanft mit dem beiliegenden Seidentuch im Uhrzeigersinn (Nordhemisphäre) polieren. Bitte keine Reinigungsmittel oder -öle verwenden, da diese oft zu Interferenzen führen.

Bei Fragen zur Funktionsweise ihres Orakels, unserer Produktpalette oder auch zur Reservierung astraler Kanäle steht Ihnen unsere gebührenfreie hotline rund um die Uhr zur Verfügung. Danke, dass Sie sich für "NostradAnus" entschieden haben.

Sonntag, 13. Januar 2008

Schadensbegrenzung.


Auf dass das Musil ruhig schlafen kann. Sorry, Albträume waren durchaus nicht meine Absicht. (1024 x 768)

Donnerstag, 10. Januar 2008

Bruder im Geiste.


"Daubentonia madagascariensis"

Gesichtsausdruck und Frisur könnten von mir sein. Jaja, wir, Nachtaktiven...

Mittwoch, 14. November 2007

Themawechsel

Hey, did you hear the joke about the zen-master that ordered a hot dog?

He said he´d have one with everything...

Donnerstag, 1. November 2007

1997, 147, 5:20.

Das schnellste "century" in der Geschichte des Snooker. Ronnie "The Rocket" O´Sullivan at his best.
Tja, Aberdeen war ja wohl nix für "The Rocket". Na ja, die North Ireland Trophy winkt ja auch noch. Ab Sonntag live auf Eurosport.

Wollen Sie mehr wissen?

Samstag, 27. Oktober 2007

Ein Stadtmärchen

Der Nebel hängt tief über Wien, schmiegt sich behutsam an die Hügel entlang des gleichnamigen Flusses. Der Blick aus dem Fenster des Raucherzimmers des Firmengebäudes ist trist und ungemütlich. In Gedanken längst auf dem Weg in die häusliche Wärme, zu Frau & Kind (PC & Goldfisch), beäugen die vier Angestellten mürrisch die nasse Kälte da draußen, hier drinnen bei einer letzten Zigarette die Zeit des Erwartens zu verkürzen hoffend, Alliierte der Arbeit im Angesicht des langersehnten Feierabends, schweigsam den blauen Dunst inhalierend.

Da setzt einer, behutsam die Asche am Rand des überfüllten Aschenbechers abstreifend, plötzlich zu einer Geschichte an, wie sie an in einem solchen Moment nicht schöner sein könnte...

Der besagten Person Nichte aus dem fernen Köln, eine Studentin Mitte zwanzig, knackt eines Tages den sprichwörtlichen Jackpot. Ihr wird die zweifelhafte Ehre zuteil, eine Woche lang auf ihren kleinen Bruder aufzupassen (außerhalb der Stadt), da ihren Eltern die Decke auf den Kopf fällt und sie zu einem kurzen Rückzug gen Süden veranlasst, zwecks Urlaub, was der Auserkorenen natürlich jene *nggnnnn*- Reaktion entlockt, aber Pflicht ist Pflicht.

Und so hängt die Studentin im elterlichen Heim herum, sittet Bruderherz (der was eh liab is) und starrt gelangweilt in die Glotze, die gerade (juhu) einen recht kitschigen Märchenfilm zum Besten gibt. Wahrscheinlichkeitsgemäß dauert es nicht lange, bis ein Junger Prinz (inklusive leuchtender Rüstung, weißem Pferd, und was sonst so noch dazu gehört) die Bühne betritt. Und jetzt kommts.

Nicht wissend, wie ihr geschieht, verknallt sich die junge Studierende bis über beide Ohren in den Recken, klebt bis hin zu den Schlußtiteln am Bildschirm und fischt sich fiebrig den Namen des Darstellers aus der viel zu schnell vorbeiziehenden Liste.

Eine kurze Google-Recherche später hat sie eine email Adresse in Bratislava, (natürlich mit zitternder Hand auf eine Serviette gekritzelt). Tief durchatmen. Die Nachricht ist alsbald abgeschickt, es kommt eine Zeit des Wartens und Bangens.

Dann, wenige qualvolle Tage später, die Antwort. Der Prinz (nennen wir ihn Martin) freue sich natürlich, obwohl leicht verwirrt, nachdem ein Freund die gemeinsame mailbox gecheckt und die Nachricht überbracht hatte ("ah ja, hätt´ ich fast vergessen, dir schreibt da so eine aus Köln...").

Es beginnt ein reger email Verkehr. Wenige Wochen später besucht sie ihn zum ersten Mal in Bratislava. Der Empfang am Bahnhof besteht aus einem 50 mal 50cm großen roten Teppich, dem Martin samt Blumen darauf und den Worten "Sorry, einen größeren gab´s nicht." Es folgen schwindelerregende Tage inklusive romantischer Nacht in einem verschneiten mittelalterlichen Schloss. Eine kleine Seitentür erweist sich "zufällig" als unverschlossen, gibt den Weg frei zu einer engen dunklen Wendeltreppe ("Gib mir deine Hand, keine Angst, ich bin ja da..."), die schließlich in Kerzenlicht, Samtvorhänge und Weintraubenschalen mündet...

Heute, knapp ein Jahr nach der Ausstrahlung des Märchenfilms, leben die beiden glücklich und zufrieden zusammen in Köln...

Die Geschichte ist beendet, die Zuhörer sichtlich angenehm verwirrt durch diese unerhörte Begebenheit. Die Zigarettenstummel verbrennen die Fingerspitzen. Plötzich erscheinen Nebel und Kälte gar nicht mehr so erdrückend. Inmitten der kleinen Runde breitet sich herzerwärmende Ruhe aus, die Gewissheit, dass das wahre Leben wohl doch noch die eine oder andere Überraschung birgt, die jeglichen künstlichen Kitsch in den Schatten zu stellen vermag...